Was ist Fast Fashion?
Wir verdienen mehr und geben mehr Geld für Kleidung aus
Der Anteil des Einkommens, der für Kleidung ausgegeben wird, ist in Europa von 2–5 % des verfügbaren Einkommens auf 10–15 % des verfügbaren Einkommens gestiegen.
Kontinuierlicher und schneller Strom neuer Kleidungstrends
Der Aufstieg von Fast-Fashion-Unternehmen wie H&M und Zara seit den 1990er-Jahren hat die Verbraucher an einen kontinuierlichen Strom neuer Kleidungstrends gewöhnt.
Wir werden online ständig zum Kauf verführt und beeinflusst
Durch soziale Medien und die Macht von Influencern können Verbraucher über die Zeitleisten auf ihren Konten ständig mit immer schneller aufeinanderfolgenden Kleidungstrends beeinflusst werden.
Fast-Fashion-Kleidung ist oft von schlechter Qualität
Die großen Modeketten beschäftigen sich nur mit einer Sache: Gewinn! Dieser Gewinn hängt von unserem Wunsch ab, neue Kleidung tragen zu wollen. Warum also diesen Wunsch nicht ein wenig fördern? Große Ketten produzieren jährlich Hunderte Millionen Kleidungsstücke. Je schneller diese Kleidung verschleißt, desto schneller stehen wir wieder im Geschäft, um neue Kleidung zu kaufen. Durch den Einsatz von Textilien, die immer günstiger hergestellt werden müssen, leidet als Erstes die Qualität.
Die Produktionsbedingungen, unter denen Fast-Fashion-Kleidung hergestellt wird, sind oft problematisch. Weltweit arbeiten rund 47 Millionen Menschen in der Bekleidungsindustrie, davon 85 % Frauen. Die Kleidung wird häufig in Sweatshops in Ländern mit niedrigen Löhnen unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt. Der Großteil der Näherinnen verdient keinen existenzsichernden Lohn, was unmenschlich lange Arbeitswochen zur Folge hat. In asiatischen Bekleidungsfabriken arbeiten Näherinnen häufig 60 bis 90 Stunden pro Woche.
Die Umweltbelastung durch Fast Fashion ist enorm
Für die Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts werden 2.500 Liter Wasser und 20 cl Chemikalien benötigt. Für eine Jeans werden 7.000 Liter Wasser benötigt. Die weltweite Baumwollproduktion verbraucht 22,5 % der Insektizide und 10 % der Pestizide, die weltweit insgesamt eingesetzt werden. Es wird also in gigantischen Mengen und mit hohem Tempo produziert. Leider bleibt ein großer Teil dieser Produktion unverkauft. Von den 950 Millionen Kleidungsstücken, die 2020 auf den niederländischen Markt kamen, wurden 790 Millionen verkauft. Das bedeutet, dass 160 Millionen Kleidungsstücke unverkauft blieben – faktisch verschwendete Rohstoffe. Es wird erwartet, dass diese Zahl durch Fast Fashion weiter steigen wird.
Anschließend wird diese Fast-Fashion-Kleidung häufig weggeworfen
In den Niederlanden werfen wir jährlich 235 Millionen Kilogramm Textilien weg, davon landen nur 28 kg (2018) in Secondhandläden. Von den 40 Kleidungsstücken, die jeder Niederländer pro Jahr entsorgt, landen 24 im Abfall.
All das hat einen hohen Preis. Einen Preis, der hinter den Kulissen größtenteils von Menschen in Entwicklungsländern und von unserer Umwelt bezahlt wird. Einen Preis, der für Verbraucher früher nicht sichtbar war, nun aber glücklicherweise immer deutlicher wird.
Slow Fashion ist auf dem Vormarsch!
Wie kannst du zu einem bewussteren Verbraucher werden? Es beginnt damit, dich weiterzubilden, dich einzulesen und dich vor allem für Veränderungen zu öffnen. Kaufe nachhaltige und faire Kleidung! Kaufe lokal, kaufe Secondhand und kaufe bei unabhängigen Designern. Wenn wir damit anfangen, können wir gemeinsam etwas bewirken. Slow Fashion ist auf dem Vormarsch, und das „altbackene“ Image, das sie umgibt, ist überholt.
Gemeinsam auf dem Weg zu Slow Fashion
Glücklicherweise wächst die Bewegung von Produzenten und Verbrauchern, die dieses belastende Modesystem verändern möchte. Keine Massenproduktion mehr, sondern nachhaltige Mode, die lange hält, die Umwelt wenig belastet und unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wird.
Es gibt immer mehr Initiativen, die auf ihre eigene Weise zur Nachhaltigkeit in der Bekleidungsindustrie beitragen. Wir stellen einige Alternativen zur Fast Fashion für dich zusammen. Vintage-, Fair-, Green- oder vegane Mode – was ist dir am wichtigsten?
Vintage-Mode ist eine nachhaltige Alternative zu Fast Fashion. Denn wenn du die Kleidung anderer Menschen wiederverwendest, müssen keine neuen Ressourcen genutzt werden und die Kleidung muss nicht unter schlechten Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Glücklicherweise ist das Angebot an Vintage-Kleidung in den vergangenen Jahren stark gewachsen.
Green Fashion ist eine weitere Alternative, die zur Bewegung hin zu Slow Fashion beiträgt. Das wichtigste Ziel von Green Fashion ist es, die Umweltbelastung durch die Modeindustrie zu verringern. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Mode nachhaltiger zu machen. Sowohl die Qualität der Kleidung, die verwendeten Materialien, der Energieverbrauch für die Produktion und ihr Transport sind dafür entscheidend.
Wenn du trotzdem gerne etwas Neues kaufen möchtest, kannst du dich auf Modemarken konzentrieren, die Fair-Trade-Mode verkaufen. Fair Fashion steht für faire Kleidung, die unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wird. Das kann in einem Entwicklungsland sein, aber beispielsweise auch in den Niederlanden durch Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt.
Entscheide dich für den Kleidercontainer, nicht für den Abfalleimer!
Hast du genug von einem Kleidungsstück oder ist es abgetragen? Wirf es auf keinen Fall in den Abfall, denn es gibt noch viele sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten dafür! Leider werfen wir in den Niederlanden jedes Jahr etwa 135 Millionen Kilogramm Textilien weg. Davon wird leider nur etwa ein Viertel recycelt. Und das, obwohl selbst kaputte Kleidung noch wiederverwendet werden kann. Suche einen Container in deiner Nähe oder gib deinen Sack mit alten Kleidern in einer H&M-Filiale ab. Kurz gesagt: Schließe den Slow-Fashion-Kreislauf!
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